2014-02-13 RP Erneuerungszeremonie Teil 2

Beitragvon LyAvain » 07.03.2014 20:43

*Nach einem kurzen Augenblick kommt Ly wieder ins Späherhaus. Ein leckeres Stück Schinken kauend setzt sie sich wieder und schreibt weiter*

Alles sah gebannt zum Altar als Pallas die Augen zusammenkniff und Susi giftig ansah.
"Hübsch siehtst du aus Schwester..." sagte Susi grinsend zu Yve, die sie anstarrte.
"Sagte ich nicht," zischte Pallas, "dass wir es unter uns klären sollten, Artemis? Musst du dir einen Menschen suchen um deine Macht unter Beweis zu stellen?"
"Naja, ich habe auch nichts besonderes gefunden. Aber jetzt muss es ausreichen." sagte Artemis und zuckte mit Susis Schultern.
Atrista hatte Susi stirnrunzelnd angesehen. Aber als der Name fiel, machte sie einen Kniefall.
"Die hochverehrte Artemis."
Artemis drehte sich zu Atrista um. Cindy schielte zu Smaragd, welche eine beschwichtigende Bewegung machte.
"Wie schön. Sogar in dieser Verkleidung erkennst du mich, Atrista." säuselte Artemis.
Pallas reckte sich.
"Nichts besonderes? Die Schamanin regina ist nichts besonderes? Da kannst du mal sehen, wie du die Menschen ehrst"
"Ach egal..." Artemis winkte ab. "Ich habe mich auf den Weg gemacht, um dir auch ein paar Worte zu sagen, Atrista."
Atrista sah nicht gerade entspannt aus.
"Deine Prüfung steht wieder an..." Artemis deutete auf die Arbitra.
"Ja." sagte diese leise und neigte ergeben den Kopf.
Cindy sah Artemis mit zusammengekniffenen Augen an.
"Dieses Mal nur für dich allein!" fuhr Artemis fort. "Ich hoffe du wirst nicht übermütig dadurch..."
Smaragd schien kurz vorm Platzen zu sein vor Aufregung. Ich konnte sie schräg hinter mir förmlich zittern spüren. Auch ich war angespannt und wartete, was nun geschah.
"Wenn du sie als deine Tochter erzogen hast, wird sie es nicht." zischte Pallas leise.
"Du bist mal ruhig , du hast schon genug gesagt..." zischelte Artemis zurück. Dann sah sie wieder Atrista an.
"Ich möchte dir ein paar Worte mit auf den Weg geben."
Sie machte eine kurze Pause.
"Was ist nur aus dir geworden?"
Atrista öffnete kurz den Mund um was zu sagen. Unterliess es dann aber lieber.
"Ich habe versucht eine halbwegs anständige Göttin aus dir zu machen... Und was mac hst du?"
Atrista holte kurz Luft.
"Gut du führst hier dieses Land, es wächst, deine Bevolkerung wächst."
Sie sah kurz zu der Menge im Tempel.
"Ihr müßt nie hungern, jedenfalls meistens nicht." ein kurzes Lächeln blitzte zu Pallas.
"Aber mußt du denn alle Probleme mit Waffen lösen, oder mit Gewalt?"
Atrista hob das Kinn... Sie war bereit zu kämpfen.
"Kannst du nicht mit Liebe und Güte regieren, so wie ich es dir gelehrt habe?"
Das Erstaunen der Amazonen die damals vor 12 Jahren dabei waren, war greifbar. Es schlug spürbar ein Loch dem Tempelboden, so greifbar war es. Was bei Aenigna war das? Artemis redete von Liebe und Güte. Die Intrigantin überhaupt, die, die durch ihre Aktionen und die ihres Schützlings Amazonien beinahe zerstört hatte? Ich kratzte mich in den Ohren und lauschte dann gebannt um ja nichts zu verpassen.
"Und mit Liebe meine ich nicht deine Ausschweifungen..." setzte Artemis nach.
"Hast du nicht gute Arbeit bei Amelie geleistet, Artemis?" murmelte Pallas leise.
Artemis hob die Hand und fuhr unbeirrt fort.
"...Wo du mit viel Rauch und Wein jedes Lebewesen mit Brüste in dein Bett lockst. Ich möchte, dass du sanftmütiger und verständnisvoller wirst.
Hinter Atrista entglitten Cindy die Gesichtszüge. So fassungslos hatte ich sie noch nie gesehen.
"Und ich möchte von dir und deinem Gefolge mehr Huldigungen erhalten."
Das klang dann schon ein winziges bisschen mehr nach Artemis.
"Ich bemerkte, einige hassen mich sogar." sie starrte Richtung Smaragd, die wie von Blitz getroffen mitten im Tempel hockte und die Welt nicht mehr verstand. Ihre Krallen fuhren aus als sie direkt angesprochen wurde und sie spannte sich an.
"Wundert dich das? Du hast ihr Volk getötet..." murmelte Cindy ganz leise.
Artemis reagierte nicht sondern sprach weiter.
"Ansonsten kann ich auch sehr wütend werden und du weißt was dann passieren kann..."
YohShi sah mich direkt an uns fragte leise: "Armee Miez?"
Ich nickte nur.
"... Da könnt ihr dann lange nach Tiere im Wald suchen gehen." Artemis wandte sich zu uns.
"Die werden dann nicht mehr da sein. Eure Wälder werden sehr ruhig werden."
Dann drehte sie sich zurück zu Atrista und baute sich vor ihr auf.
"Genauso werde ich euch die Früchte in meinen Wäldern nehmen."
Atrista ballte die Fäuste.
"Dann könnt ihr nur noch in Disopia's Meeren Fische fangen. Oder könnt Aritrea's Körner aus dem Boden essen."
Artemis sah Pallas an.
"Bestimmt hast du alles Negative von Pallas gelernt..."
Irgendwo war ein unterdrücktes Husten zu hören.
"Negativ???" echote Pallas.
"Was hast du deinem Kind beigebracht?" fuhr Artemis Pallas an. "Ich gab mir soviel Mühe mit den Kindern und du verdirbst sie."
"Meinem Kind?" Pallas sah Artemis böse an. "Wer hat sie den groß gezogen und bei den Mongolen gelassen?"
"Wir haben gelernt, Sanftmut und Güte sind bessere Argumente als Schwerter und Pfeile." liess Artemis nicht locker.
Ich traute meinen Ohren nicht. Artemis, die Meisterin der Intrige, sprach von Güte...
"Manchmal geht es nicht anders. Es gibt Völker, die machtbesessen sind." warf Pallas ein. "Warum ist dieses Land so stolz geworden, bestimmt nicht aus Nächstenliebe."
Die beiden Göttinnen standen sich in Gestalt von Priesterin und Schamanin gegenüber und waren kurz davor sich an den Haaren zu ziehen, so sah es aus.
"Wolltet ihr nicht über mich richten?" fragte Atrista leise und lenkte die Aufmersamkeit wieder auf sich.
"Du bist mal ruhig..." Fuhr Artemis Atrista an, die den Kopf neigte.
"Ja, was machen wir nun mit ihr?" fragte Artemis dann zu Pallas.
"Ich würde vorschlagen, lassen wir erst mal Atrista zu Wort kommen, Schwester." kam von Pallas die Antwort. "Sie sollte sich verteidigen, nach all diesen Vorwürfen."
"Oder so, soll sie es sagen..." willigte Artemis ein.
Atrista sah zu den beiden Göttinnen die sie ungeduldig musterten.
"Darf ich?" fragte sie zögerlich.
Yve sah Atrista an un tippelte ungeduldig mit dem Fuss.
Atrista stand auf und trat zum Altar.
"Ihr habt die Klagen der Göttinnen gehört," sprach sie zu uns. "Ich werde ein Urteil akzeptieren, egal wie es lautet.
Aber..."
Sie schlug mit der flachen Hand auf den Altar, dass es nur so knallte. Alles zuckte zusammen.
"... Noch nie habe ich mich kampflos ergeben!"

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Ja, das war sie, die höchste Richterin, weltliche Herrscherin und Kriegsherrin Amazoniens.
"Haben wir sie wütend gemacht?" Artemis kicherte leise zu Pallas, die stolz auf ihre Tochter sah.
Atrista drehte sich zu den beiden Göttinnen und zeigte auf Artemis.
"Du wirst es ertragen müssen, Artemis, dass ich nicht nur dir alleine sondern auch der allmächtigen Göttin antworte. Fordere nachher meinen Kopf."
Die beiden, Göttin in der Gestalt einer sterblichen und die halbgöttin im Gewandt einer Herrscherin, starrten sich kurz an.
"... Aber hör mir zu... Auch du verehrte Mutter." sie sah zu Pallas.
"Pallas, allmächtige und in meinem Herzen Hochverehrte und Artemis. Haltet mir nicht Lüsternheit vor, wenn du selbst danach gierst das Kissen mit dem allmächtigen Vater zu teilen." Sie zeigte auf Pallas.
Dann war Artemis dran.
"Diese Scheinheilige eifert dir da nach... Sie sabbert um die Macht, ihre Augen sind trüb vor Lust. So trüb, dass sie nicht einmal erkennt wie die tapferen Frauen meines Volkes, die heldenhaften Amazonen sie verehren."
Artemis spielte die Verwunderte. "Ich?"
"Ja, du!"
"Viele Amazonen verehren dich, beten dich an. In viielen der Waldtempel steht dein Antlitz anstatt das von Pallas ((Zugegeben, auf meiner Insel auch )). Nur du siehst es nicht."
Die Arbitra lächelte und drehte sich zum Volk.
"Ja es sind auch tapfere Männer hier..." sagte sie, als sie einige von ihnen im Volk erblickte. "Auch die verehren Artemis."
Dann hob sie die Hände zum Himmel.
"Was, hochverehrte Pallas könntest du mir da vorwerfen, dass ich von der süßen Jugend meines Volkes koste? Den Duft der jungen Frauen atme? Ja, ich genieße diese Lust um der Lust willen und nicht wie meine Anklägerinnen..."
Sie machte eine kleine Pause.
"...Um der Macht willen..."
Pallas sah zu uns.
"...Nun ja, wenn ich mir die Frauen hier so anschaue." sagte sie leise.
Eine Weile beobachtete Atrista den Flug der Eulen und verfolte ihre Bahn bis zur Hallendecke des Tempels. Dann drehte sie sich zu Pallas um.
"Was findest du nur an den Hellenen?"
Ihr Mund wurde spitz als sie ausspucken wollte. Doch im letzten Augenblick besann sie sich wo sie war und vor wem sie stand.
"Nun, hmmm, ich kenne deine Gedanken. Ich weiss was du machen wolltest..." murmelte Pallas leise.
Atrista fuhr ungehemmt fort.
"Was findest du an denen? Nur weil sich dich als Athene verehren? Sie verehren dich aber nicht die Frauen... Diese Griechen." Atrista grinste spöttisch. "...Sie verlustieren sich mit jungen Knaben. Halten junge Mädchen als Sklaven."
Sie redete sich langsam warm und wurde immer erregter.
"Ich sagte dir, ich verachte auch sklaverei. Daher bin ich stolz drauf, dass du es in einigen Völkern schafftest, die Frau als gleiches zu stellen mit dem Mann." warf Pallas leise ein.
"Sie haben mich gedemütigt, bekämpft und verfolgt." rief Atrista. "Dieses dekadente und feige Gesindel hat nur eine einzige Gabe die der Menschheit nützt..."
Dann wurde sie wieder leiser.
"... Die Frage des Seins wird von ihren Denkern philosophiert und sie sind der Wahrheit schon sehr nahe.
Aber rechtfertigt das deinen Schutz?"
Die Arbitra drehte sich wieder zu den Amazonen um.
"Die Griechen werden von mir solange bekämpft, solange dieser Kopf noch auf diesem Hals sitzt."
Eine erneute Wendung zu den beiden Göttinnen.
"...Schlagt ihn ab, wenn ihr wollt!"
Artemis sah zu Pallas.
"Die Griechen... Dieses feige dekandente Gesindel, sie haben sich feige aus Byzanz zurückgezogen und die heilige Stadt den Kreuzrittern überlassen. Sie sind es nicht wert dass sie mein Gift trinken.
Und was, meine hochverehrte Pallas ist schon Rom?"
"Eine Waage?" fragte Artemis leise und Yve nickte.
"Ich bin noch nicht fertig, meine Göttinnen."
"Ich höre dir aufmerksam zu meine Tochter" antwortete Palls.
"Du darfst dich weiter verteidigen, ich lausche..." fügte Artemis hinzu.
"... Was ist schon Rom?" setzte Atrista erneut an. "Geordnete Karawane in Eisen. Machthungrig eitel und skrupellos."
Atrista grinste in sich rein.
"Du musst doch zugeben, dass mein Angriff auf die Römer getarnt als gallische Krieger eine strategisch glänzende Idee war. Die bekriegen sich noch heute dafür und haben es nicht geschafft ein Volk zu einigen."
"Oh ja, sie hätte von mir kommen können, da verneige ich mich sogar vor dir." sagte Pallas anerkennend und auch Artemis nickte.
"Die Teutonen, Germanen und Gallier schaffen es nicht ein Reich zu gründen." ergänzte Atrista. "Bis heute sind sie uneins. Das hat bisher verhindert, dass sie sich um die Amazonen kümmern konnten.
Das war mein bescheidener Beitrag zum Frieden für dein Volk."
Dann drehte sie sich wieder zu uns.
"Was also hast du mir vorzuwerfen?" erneut knallte die Hand auf den Altar. "Was habt ihr mir vorzuwerfen?"
Im Hintergrund tuschelten Artemis und Pallas während Atrista sehr lauf fortfuhr.
"Richtet mich mit dem Schwert wenn es deinem Volk schlecht geht." mit diesen Worten drehte sie sich wieder zu den beiden Göttinnen.
"Lass dir eine Waage geben, ehe sie wieder anfängt zu reden," sagte Artemis leise zu Pallas.
Pallas winkte Cindy zu sich, die sofort einige Schritte vortrat. Pallas trat zu ihr uns flüsterte ihr was ins Ohr. Einzig das Wort Waage konnte ich trotz meiner scharfen Ohren hören, da Artemis an Cindy eine Frage stellte.
"Ist dein Schwert scharf Kämpferin?"
Cindy sah hasserfüllt zu Artemis und nickte.
"Mein Schwert ist sehr scharf, Artemis."
"Sehr schön, dann kann alles schnell gehen." Artemis wirkte zufrieden.
"Stell sie auf den Altar, sobald sie da ist." meinte Pallas noch als sich Cindy entfernte um eine Waage zu besorgen.
Während alle auf Cindys Rückkehr warteten schlenderte Artemis durch den Tempel und bewegte sich zu Smaragd. Pallas liess ihren Blick schweifen. Bei Smaragd blieb Artemis eine Weile stehen und sah ihr in die Augen. Smaragd erwiderte den Blick, aber ihre Haltung war unterwürfig.
Dann kam Cindy mit einer Waage zurück und stellte sie auf den Altar.
"Ah da ist die Waage ja." mit diesen Worten drehte sich Artemis um und ging zurück. Smaragd sah ihr nach.
"Nun Schwester, was meinst du, die Waage wäre passend, oder?" Pallas sah Artemis an.
"Die ist genau richtig."
Pallas schien zu lauschen...
"Atrista wir beraten uns auch mit den anderen Göttern..." sagte Artemis und schloss dann ebenfalls die Augen und schien zu lauschen.
Pallas warf eine von Atristas Verteidigungen in die Waagschale, die sich sofort stark neigte. Artemis legte eine Anklage und sofort neigte sich die Waage zurück.
"Bist du bereit Kriegerin?" fragte Artemis höhnisch lächelnd.

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Pallas stapelte die Verteidigungen in ihre Schale und der Arm neigte sich wieder zu ihr und lag auf dem Altar auf.
Artemis stapelte ihrerseit die Anklagen in die Schale auf ihrer Seite. Langsam bewegte sich der Arm immer mehr in die Waagerechte.
Dann war er fast gerade. Aber nur fast.
"Eine noch." meinte Pallas.
Artemis brach unbemerkt etwas von ihrer Anklage ab, warf den Rest hinter sich und legte den anderen Teil in die Schale. Das ging so blitzschnell, dass es warscheinlich fast niemand gesehen hatte, ausser mir, YohShi und Smaragd vielleicht.
Der Arm neigte sich noch ein wenig weiter Richtung Waagerechte, blieb aber etwas zu Pallas Seite geneigt.
Die beiden Göttinen beobachteten die langsam schwankende Waage.
"Ich hab nichts mehr." meinte Artemis geheimnisvoll lächelnd. "Die Waage schlägt zu dir aus."
"Nun, was sagt uns das?" fragte Pallas schmunzelnd. "Unsere Tochter hatte die bessere Verteidigung. Dem ist nichts gegen zu sprechen, oder Artemis?"
"Weitere 12 Jahre........Bis wir uns wiedersehen," erwiderte Artemis. "Sie kann gut reden, wir haben ihr viel beigebracht."
Atrista regte siegessicher die Faust und mehr als einer der Anwesenden fing wieder an zu Atmen.
"Atrista, unsere Tocher, ich glaube das Urteil ist gefallen." sagte Pallas sichtbar erleichtert zu Atrista, die sich verneigte. "Du freust dich, Atrista? Weisst du, wer was in die Schalen legte?"

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"Ja, hochverehrte Pallas und hochverehrte Artemis. Ich freue mich." antwortete Atrista und man merkte ihr die Erleichterung an.
"Ich beglückwünsche euch zu eure Königin, Amazonen!" sprach Artemis zu uns gewandt.
Königin? Hatte ich richtig gehört?
"Nun darfst du 12 Jahre warten, bis du uns wieder siehst, Atrista." sprach Pallas fast sanft.
"Wir sind froh über die entscheidung von uns allen Göttern." ergänzte Artemis.
Atrista stand da uns sah die Göttin an.
"Du machst mich zur Königin?
Ich danke dir, ich danke euch..."
Pallas trat zu Atrista und gab ihr einen Kuss auf den Mund und liess dann Yve los. Diese blinzelte ein paar Mal ehe sie wieder wusste wo und wer sie war. Sie stützte sich am Altar ab.
Atrista stand da und lächelte seelig, während Cindy auf ein Knie fiel. Smaragd stand wie erstarrt, beugte dann aber doch das Knie als Cindy niederkniete. Auch ich verneigte mich vor dem Urteil.
"Atrista komm her," sagte Artemis und küsste sie dann auch auf den Mund. Dann blinzelte Susi und war wieder sie selbst.
Unterdessen hatte sich Yve wieder gefangen. Susi fiel einfach um, zum Glück dämpfte der Teppich hinterm Altar den Fall.
"Meine Hoheit, ich hörte die letzten Worte Pallas..." sagte Yve leise, während sich Susi wieder aufrappelte. "Und ich bin froh, dass ihr nun Königin seid."
Also war es wahr... Königin.
Yve hob die Hände und bat um Ruhe...
"Volk der Amazonen, atrista, Unsere Königin!"
Atrista verneigte sich vor uns.
"Ist es vorbei?" stammelte Susi unsicher.
Dann reichte Yve Atrista den Kelch.
"Eure Mutter bat mich euch zur Hohen Priesterin zu ernennen, vor eurem Volk, bevor ihr den Götterschlaf beiwohnt."
Ich musste mich zusammenreissen. Hohe Priesterin auch noch...
Atrista nahm den Kelch und Yve sprach weiter.
"Schwestern und Brüder, unsere Königin. Atrista ist nicht nur Königin und Richterin dieses landes. Nein, auch Hohe Priesterin dieses Landes."
Atrista hob den Kelch in unsere Richtung.
Als die ersten riefen lang lebe die Königin, war ich wie benommen.
Das hatte es noch nie gegeben in der Geschichte des Landes. Es war immer weltliche und geistige Führung getrennt gewesen. Das war es, was die Amazonen immer mit meinem Volk verbunden hatte. Die zweigeteilte Führung des Landes. Nun war diese Ordnung ausgehebelt...
Wie in Trance stolperte ich aus dem Tempel als alle anderen auch rausgingen.
Ich würde mich da nie dran gwöhnen können und die Zukunft würde zeigen, ob diese Entscheidung der Göttinnen zum Guten oder Schlechten führte...
Ich hatte Atrista meine Unterstützung zugesagt, als es darum ging, dass die Königin nicht mehr an der Erneuerungszeremonie teilnehmen würde und sie fortan die Geschicke des Landes allein führen würde, was sie ja die letzten Jahre immer schon getan hatte. Aber nun zu erleben, wie sie alle Macht, die geistige und weltliche, in sich vereinigte, war doch was anderes.
Das war der Fluch der Langlebigkeit. Man gewöhnte sich nur schwer an Umstürzungen der Ordnung...
Im Geiste würde Amelie wohl immer "die" Königin bleiben...

*die Feder setzt kurz ab, und dann schreibt LyAvain auf den Buchumschlag "fürs Geheimarchiv" und setzt noch einen Satz dahinter*

Sollte die Arbitra diese Macht missbrauchen, hat sie die Späherinnen gegen sich. Bei Aenigna...

*Ly pustet die Tinte trocken und klappt das Buch dann zu und schleppt es ins geheime Archiv. Anschliessend nimmt sie ein neues leeres Buch und legt es auf das Schreibpult. Dann räumt sie das Schreibzeug weg und macht sich auf ihre abendliche Runde zu drehen.*

Möge Aenigna der Geist des Windes über dich und deine Wege wachen!

 

LyAvain